Vom Schwarzwald-Klassiker zum Kultweg zum Qualitätsweg
Für Schwarzwaldwanderer ist der rund 280 Kilometer lange und 107 Jahre alte Westweg zwischen Pforzheim im Norden und Basel im Süden wie ein guter alter Freund. Er war irgendwie immer da, ist stets zur Stelle wenn man ihn braucht und bleibt sich trotz allen Veränderungen treu.
Qualitätsweg Westweg
Unverkennbares Markenzeichen des Roten Fadens im Wegenetz des Schwarzwaldvereins ist die „rote Raute“. Selbst die Redaktion muss bei ihren häufigen Streifzügen durch den Schwarzwald immer wieder still lächeln: Gerne erinnert man sich an Erlebnisse und Anekdoten, nette Gespräche kommen in den Sinn, und hitzige Diskussionen über den Anspruch, den Westweg zum Qualitätsweg zu machen. Ist ein über Jahrzehnte gewachsener Fernweg überhaupt zertifizierbar, welche Neuerungen müssen durchgeführt werden und wer wagt es, das Heiligtum anzutasten? Spätestens seit dem Frühjahr 2007 sind auch die Kritiker verstummt. Viel hat es nicht gebraucht, um aus dem Klassiker einen Wanderweg modernen Zuschnitts zu machen. Umlegungen fanden nur in Nuancen statt, haben den Weg durchweg verbessert, ohne ihm ein völlig neues Gesicht zu geben. Es ist erfreulicherweise „der“ Westweg geblieben.
Bergweg Westweg
Auf seinem Weg nach Süden überwindet der Westweg 12.000 Höhenmeter, überquert fast alle wichtigen und höchsten Berge und bedient jedes Schwarzwald-Klischee, das in den Sinn kommt: Urwüchsige Tannen, geheimnisvolle Karseen, Kuckucksuhren, Bauernhöfe mit tief herunter gezogenen Walmdächern und die gute Gastronomie. Letztere kommt auch jenseits von Schinken und Forellen mit deftigen und leichten Gerichten auf den Tisch, begleitet von würzigen Bieren und sonnenverwöhnten badischen Weinen. Längst haben die Gastgeber im Schwarzwald die Zeichen der Zeit erkannt und sich zertifizieren lassen. Quartiere für müde Wanderer, deftige Vesper und kräftiges Frühstück sind keine Fremdwörter. Wanderer-Service, der den Unterschied macht, Trockenräume, Gepäcktransporte, Informationen und Fachwissen sind längst selbstverständlich.
Panoramaweg Westweg
Fichtenwälder, weite Aussichten und die für Flora und Fauna wertvollen Hochweiden und Grinden prägen die ersten Etappen im Nordschwarzwald. Nach der Querung des Kinzigtals steigt der Westweg im mittleren Schwarzwald bis zum Brend und steuert dann zielstrebig den sich schon am Horizont abzeichnenden Hochschwarzwald an. Feldberg, Belchen und Herzogenhorn warten auf Gipfelstürmer und faszinieren mit grandiosen Alpenpanoramen und subalpiner Landschaft. Kornfelder oder Weinreben? Zum Abschluss bleibt die Wahl zwischen den Varianten über Hohe Möhr und Dinkelberg oder über Blauen und durchs Markgräfler Land – das Ziel bleibt das gleiche: Basel.
TIPP DER REDAKTION
Die Hochschwarzwaldrunde – Westweg zum Reinschnuppern. Die 6 südlichen Etappen des Westwegs eignen sich ideal zu einer einwöchigen Rundtour für jene, die nicht genug Zeit haben, den Westweg im Ganzen zu laufen. Ausgangspunkt ist Basel, weil man sich so dem Hochschwarzwald allmählich nähert und wieder davon entfernt – also den klassischen Verlauf einer „Bergtour“ erlebt. Im Uhrzeigersinn geht es über Belchen, Feldberg, und Herzogenhorn zurück.
KARTE / LITERATUR
Gastgeberverzeichnis, Etappeninfos und Wanderkarte „Der Westweg“ von der Schwarzwald Tourismus GmbH;
die Karten des LVA Baden-Württemberg: Nr. 501, 502, 503, 504, 506, 508
URLAUBSANGEBOTE
Siehe Magazin Wanderbares Deutschland 2008 Seiten 191 bis 194
AN / ABREISE Anfahrt PKW Pforzheim liegt an der A8, Abfahrt Pforzheim West / Zentrum. ÖPNV Bis Karlsruhe und Stuttgart ICE. Von dort mit IC nach Pforzheim. Westwegausschilderung ab Bahnhof.
Abfahrt ÖPNV Von Basel Badischer Bhf. mit ICE Zürich-Hamburg Richtung Norden, mit Regioexpress Basel-Lindau Richtung Osten. PKW Von Basel auf A5 Richtung Norden, auf B34 Richtung Singen.